Sonntag, 17.01.2010
Sambo die Elefantendame empfängt ihre Gäste am Wat Phnom
Eine Elefantendame für ihren 50 Geburtstag “anzukleiden” ist ohne die Mithilfe der Dame selbst nicht möglich. So hat Sambo die Elefantendame ihren Mahot auch tatkräftig darin unterstützt sie für den feierlichen Anlass zurecht zu machen.

Ob das Endresultat den Geschmack der Dame getroffen hat ist nicht zu sagen. Über die Segnungen der Mönche und die Gebete der Kambodschaner, die vor ihr niederknieten, hat Sambo gelassen über sich ergehen lassen. Danach konnte sie dann endlich ihre Geschenke öffnen und die zahlreichen Obstkörbe auffressen.

Zu ihrem 50 Geburtstag gab es natürlich auch eine Torte, sie schien den Geschmack der Dame aber nicht ganz zu treffen. Als dann auch noch Luftschlangen aus der Spraydose über sie hinweg regneten, zeigte sie ihre wahre innere Größe, die ihrer äußeren Größe in nichts nachstand: Sie zuckte nicht einmal mit ihren langen Wimpern.
Eine kleine Band brachte ein Ständchen in gemäßigter Lautstärke, da ihr Mahot fürchtete ungewollte Aufmerksamkeit auf die ungemeldete Geburtstagsfeier zu lenken. Mit Musikuntermalung sangen dann alle ein Ständchen, international: "Happy Birthday Sambo"
Wie immer ging sie dann die Uferstraße vom Wat Phom aus nach Hause. Vorbei am Himawari und Cambodiana Hotel, an dem neuen Gebäude National Versammlung und an der ebenfalls neuen australischen Botschaft, biegt sie dann ab und ist auf ihrer Wiese endlich zu Hause.
Nachdem der Mahot sie von ihren Schuhen befreit hat, die aus ehemaligen Reifen geschnitten wurden, hat sie für heute Feierabend und reißt das lange Gras mit ihrem Rüssel ab und stopft es genüsslich in ihren behaarten Mund.
Lange wird Sambo und ihr Mahot hier nicht mehr leben können.
Posco E&C hat große Pläne, für das Gebiet nur 3 Kilometer vom Stadtzentrum von Phnom Penh entfernt.
Der Bau hat bereits begonnen und ein Brücke die die Form des sagenhaften Pico Vogel hat spannt sich bereits über den Tonle Basac. Das gesamte Bauprojekt wird 300 Millionen USD kosten und wird sich auf 237,500 Quadratmeter ausdehnen. 1.000 Apartments sollen hier entstehen, in drei Blocks zwischen 42 und 45 Stockwerke hoch.
2013 soll das groß angelegte Bauvorhaben fertig sein. In den Park am anderen Ufer, darf Sambo zwischen den neuantiken Statuen die römische Gottheiten und Nymphen zeigen, nicht lustwandeln.
Bleibt zu hoffen das Sambo nicht zwangsumgesiedelt wird, 25 Kilometer außerhalb der Stadt. Dort könnte die Elefantendame sicher nicht mehr ihren Lebensunterhalt verdienen.
Ein Stück unbebautes Land, nahe ihrem Arbeitsplatz am Wat Phnom wäre ein großzügiges und willkommenes Geschenk vom Gouverneur in Phnom Penh gewesen, wenn sie sich denn etwas hätte wünschen dürfen …
Sambo hat heute Geburtstag
Sambo hat heute Geburtstag!
Die Elefantendame wird 50 Jahre jung. Am Nachmittag wird es am Wat Phnom eine Geburtstagsparty geben, die vom Globe organisiert wird.
Links in diesem Blog:
Täglich badet sie am Fuße des Wat Phnom
Die Schuhe der Elefantendame
Donnerstag, 14.01.2010
Buddhistischer Mönch in Oudong - Kambodscha
Samstag, 02.01.2010
Buddha im Wat Phnom
Dienstag, 29.12.2009
Ein platter Reifen - Kein Problem in Kambodscha
Ich werde nie herausfinden, wann die Männer die am Straßenrand ihren kleinen Flickstand aufgebaut haben wissen wann der Gummiflicken auf dem inneren Schlauch eines Mopeds festgeklebt ist. Oft habe ich schon zu gesehen und nicht ein einziges Mal war der obere Schlauch mit dem unteren Schlauch zusammengeklebt.
Die Konstruktion ist so schlicht wie ergreifend einfach. Man nehme einen alten Kolbenzylinder, aus einem Auto oder einem ausrangierten Mopedmotor. Dann füllt man etwas Brennspiritus in den umgekehrten Kolben und legt den Schlauch mit dem Loch auf einen Holzklotz. Von einem nicht mehr zu reparierenden Schlauch schneidet man ein Stück heraus und legt es auf das kleine Loch, das man zuvor im Wasserbad lokalisiert hat. Eine ehemalige Dose, jetzt platt und gerade geklopft wird oben aufgelegt und zum Schluss folgt der mit Spiritus gefüllte Kolben oben auf. In einer Zwinge wird die ganze Konstruktion fixiert und der Brennspiritus wird angezündet.

Jetzt heißt es warten. Für den Kunden steht ein blauer Plastikstuhl bereit und er nimmt platzt und schaut dem Treiben auf der Straße zu. Für die Arbeit an seinem Schlauch interessiert er sich kaum, er wartet darauf dass er weiterfahren kann.
Einen Kompressor hat dieser Flickstand nahe dem Königspalast in Phnom Penh auch. Wenn der Schlauch repariert und der Mantel wieder darüber gezogen ist, wird der Reifen aufgepumpt. Nicht mehr als 2.000 Riel ( $ 0,50) verdient der Mann pro geflicktem Schlauch.

Er besitzt nicht nur diesen Laden, in seiner Bauchtasche hat er auch ein Mobiletelefon, eine Telefonzelle. Das Mobiletelefon ist in eine Plastiktüte gewickelt. Umständlich entwickelt er das Telefon von seiner Umhüllung und reicht es einem jungen Mann. Argwöhnisch blickt er auf als der junge Mann sich ein paar Schritte entfernt. Doch er setzt sich nur auf den Randstein und führt ein kurzes Telefongespräch. Zusammen mit einem 500 Rielschein gibt er es dem Mann zurück, als er sein kurzes Telefonat beendet hat.
Montag, 28.12.2009
Melonenverkäuferin in Phnom Penh
Samstag, 26.12.2009
Reyum Institut Phnom Penh – Maßeinheiten in Kambodscha
Neue Ausstellung im Reyum Institut in Phnom Penh Kambodscha.
Maßeinheiten seit Generationen im Gebrauch der eiheimischen Bevölkerung.
Zum Beispiel die Spanne zwischen ausgestreckten Daumen und Zeigefinger.

Link zu diesem Artikel:
Reyum Institut Phnom Penh
Phnom Penh Blogg AMAZON Partnerlink:
Samstag, 19.12.2009
Heute Abend inoffizielle Premiere des Detlev Buck Films in Phnom Penh
Vor seinem Kinostart in Deutschland, am 21. Januar 2010 „Same same but diffrent“ mit David Kross in der Hauptrolle als Benjamin Prüfer und Sreykeo die weibliche Hauptrolle wird gespielt von Apinya Sakuljaroensuk, wird der Film heute Abend in Phnom Penh gezeigt.

Detlef Buck hat das Buch von Benjamin Prüfer „Wohin du auch gehst“ in eine Geschichte für das Kino verwandelt. Die Tatsache das Detlef Buck sich diesem Stoff angenommen hat, lääst darauf hoffen das es keine alzuseichte und alle Klischees bestätigende Liebesgeschichte geworden ist. Denn das Thema selbst ist voller Fallen.
Über das Buch heißt es bei Amazon:
Seit drei Jahren ist nichts mehr wie es war: Während seines Urlaubs in Kambodscha trifft der 23jährige Benjamin Prüfer auf Sreykeo - eine Frau, die ihren Körper verkauft, um finanziell über die Runden zu kommen. Sie verlieben sich ineinander. Als er erfährt, dass sie HIV hat, muss er sich entscheiden: für oder gegen ein Leben mit Sreykeo. Ergreifend, ungeschönt und subjektiv wird die wahre Geschichte zweier junger Menschen erzählt, die sich Tag für Tag dem Kampf des (Über-)Lebens stellen - und damit ihre Liebe beweisen.
Benjamin Prüfer, geboren 1979 in Darmstadt, absolvierte 1998 nach dem Abitur seinen Zivildienst in Frankfurt und arbeitete als freier Mitarbeiter in den Lokalteilen des Darmstädter Echos und der Frankfurter Rundschau. Im Jahr 2000 absolvierte er ein Redaktionsvolontariats beim Magazin Tomorrow und war 2001 als Redakteur bei der Financial Times Deutschland in Hamburg tätig. 2004 wechselte er zum Weekend-Magazin der FTD als Reiseredakteu. Seit 2006 arbeitet er als freischaffender Künstler; im gleichen Jahr heiratete er Sreykeo Sorvant. Im Juni 2007 wurde ihm der Medienpreis der Deutschen Aids-Stiftung in Frankfurt verliehen.
Benjamin Prüfer und Sreykeo leben zur Zeit in Kambodscha.
Die Original Ausgabe des Buches erschien im Scherz Verlag, zugehörig der S. Fischer Verlag GmbH, im Jahr 2007.

Das Foto zeigt Benjamin Prüfer und Sreykeo am Tag ihrer Hochzeit.
Im Buch schreibt Benjamin Prüfer
Etwa drei Jahre später fragte mich jemand, ob ich mir vorstellen könnte, die Geschichte von mir und Sreykeo in einem Buch zu erzählen. Bevor ich antwortete fragte ich sie.
„Yes, of course!“, sagte sie.
“But I will have to write about everything. About all the bad things too.”
“I trust you”, antwortet sie nur.
Inzwischen hat sie sicher auch den Film gesehen und war bei einigen Dreharbeiten dabei, was mag sie dazu gesagt haben?
Links zu diesem Artikel:
Officielle Webseite des Films: Same Same But Different von Detlef Buck
Wohin du auch gehst; Buch von Benjamin Prüfer
Donnerstag, 17.12.2009
Die Baustelle am Abend in Phnom Penh
Dienstag, 15.12.2009
"Mit Chirurgenmaske nach Angkor Wat"
In ihrem Artikel „Mit Chirurgenmaske nach Angkor Wat“ erweckt die FOCUS-Online-Autorin Michaela Strassmair den Eindruck, dass man sich im Angkor Park in Siem Reap ohne Mundschutz nicht mehr bewegen kann. Dadurch entsteht ein sehr schiefes Bild, das sich in ihrem Artikel auch weiter fortsetzt in dem sie die Belagerung der Touristen durch verkaufende Kinder beschreibt, die den Besuch der Tempel zu einer leidvollen Erfahrung machen.
Liebe Frau Strassmair, einige Tatsachen in ihrem Artikel sind schlicht falsch, oder wohlwollend nicht ganz richtig.
Sie erwecken den Eindruck als könne man im Angkor Park nicht mehr ohne Mundschutz fahren, das ist schlicht völlig übertrieben.
Der Mundschutz gehört in Asien zum gewohnten Bild und dient eher dazu um vor Staubpartikeln zu schützen als vor Abgasen.
Zum Thema Elektroautos – Die Tuk-Tuk Fahrer haben erfolgreich gegen den Einsatz protestiert. Erfolgreich deshalb, weil alle Einnahmen an den Betreiber der Elektroautos ginge, und vorbei an der einheimische Bevölkerung die ohnehin kaum von Angkor Park profitiert.
Zum Thema Kinderverkäufer umzingeln Touristen - Apsara (die für den Schutz und Koordinierung der Restaurierung verantwortliche Organisation) hat festgelegt das nur vor den Tempeln, dass sind meist die Parkplätze auf denen die Tuk-Tuks und Busse anhalten, Waren verkauft werden dürfen. Betritt man die Tempel bleiben die Verkäufer auf den Parkplätzen zurück und man kann ungestört die Tempel besuchen.
Angkor Wat ist Weltkulturerbe und das man dort nicht der einzige Besucher sein kann, dürfte jedem klar sein. Die Zeiten in denen man Angkor Wat noch für sich alleine hatte sind längst vorbei.
Für die großen und kleinen Verkäufer gilt was für die Tuk-Tuk Fahrer gilt, für sie ist es die einzige Möglichkeit aus ihrem Kulturerbe ein kleines Einkommen zu erwirtschaften und was sie am Abend nach Hause tragen ist gemessen an den Besuchern die jetzt in der Hauptsaison Angor Park besuchen, beschämend! Wer seinen Seidenschal lieber auf dem Nachtmarkt kauft, sollte wenigstens Früchte und Wasser bei den Händler in Angkor Park kaufen.
Ihr Artikel ist sehr subjektiv, dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. In einem Punkt haben sie, im Rahmen ihrer Recherche jedoch, weit über das Ziel hinaus geschossen: Zum UNESCO Weltkulturerbe zählen 108 Tempel in Angkor Park und nicht etwa 1.000.
Weiterführender Link im Phnom Penh Blogg:
Angkor Wat schafft nur ein sehr geringes Einkommen für Einheimische
Montag, 14.12.2009
Nagaschlange auf dem Weg zum Kirirom Nationalpark
Montag, 09.11.2009
Open Air Dia Show der Fotografin Doris Böttcher in Phnom Penh - Kambodscha
Die Fotografin Doris Böttcher lädt zur ersten Dia Show in Phnom Penh in ihre Galerie ein.

Schwerpunkt der Dia Show in Phnom Penh sind die Länder Cambodia, Indonesien (Borobudur Tempelanlage auf der Insel Java), Laos, Myanmar und Vietnam.
Für all jene die dieses besondere Ereignis verpassen bietet ihre Homepage einen Blick auf ihre verschiedenen Projekte und lädt ein zum Besuch der online Galerie.
Doris Böttcher lebt seit einigen Jahren in Phnom Penh und war lange Jahre Reiseleiterin für Asien. Ihre Fotografie eröffnet einen besonderen Blick auf viele der asiatischen Länder die sie bereist hat.
Link zu diesem Beitrag:
Doris Böttcher Galerie
Samstag, 31.10.2009
Die Einen flüchten ans Meer ...

und die Anderen strömen nach Phnom Penh. Angezogen wie von einem magischen Magneten, vom traditionellen Bootsrennen.
Und noch viel mehr, schaffen es auch in diesem Jahr nicht, sie können sich die Fahrt nicht leisten.
Link zum Thema:
Fotos von Mario Weigt vom Bootsrennen im letzten Jahr.
Montag, 26.10.2009
Doris Dörrie im Meta House in Phnom Penh

Die Kirschbäume Japans sind wie die Menschen - sie blühen nur kurz. Der im Alltagstrott gefangene Rudi ist unheilbar an Krebs erkrankt, doch seine Frau Trudi beschließt, ihm diese furchtbare Nachricht zu verheimlichen.
Stattdessen folgt sie dem Rat des Arztes mit ihrem Mann eine letzte gemeinsame Reise zu unternehmen.
Wie gern möchte sie endlich nach Japan, ein Land, das sie Zeit ihres Lebens fasziniert! Doch der jegliche Veränderungen scheuende Rudi lehnt den Wunsch seiner Frau vehement ab und so führt die Reise nur zu den Kindern nach Berlin. Da diese jedoch viel zu sehr mit ihren eigenen Leben beschäftigt sind, fahren die beiden schließlich an die Ostsee.
Als dort plötzlich Trudi stirbt, wird Rudi völlig aus seiner Bahn geworfen. Er beschließt nach Japan zu fahren, um den größten Wunsch seiner Frau, die Kirschblüte, den Fujijama und den Butoh, den Tanz der Sinne, zu erleben, nachzuholen. Doch erst durch die Begegnung mit einer japanischen Butoh-Tänzerin gelingt es Rudi, sich für die Traumwelt seiner Frau zu öffnen. Aus der ursprünglichen Flucht wird mit Hilfe der jungen Tänzerin schließlich eine spirituelle Reise zu sich selbst - und zu Trudi.
Doris Dörrie
Doris Dörrie („Männer“, „Nackt“, „Der Fischer und seine Frau“) gelingt mit ruhiger Kamera und langen Einstellungen sowohl ländlichen Allgäu als auch vom hektischen Tokio ein bildgewaltiger und anrührender Film über Liebe und Tod, Abschied und verpasste Lebenschancen. Rudis Abschiedsreise durchzieht dabei ein melancholischer Humor, der an Sophia Coppolas „Lost in Translation“ denken lässt. Zugleich ist der Streifen eine Hommage an den japanischen Klassiker Yasujiro Ozu, der in seinem Film „Die Reise von Tokio“ aus dem Jahr 1953 den Zerfall familiärer Strukturen meisterhaft inszeniert.
Links zu diesem Artikel
Zum Film
Meta House Phnom Penh - Program

Freitag, 23.10.2009
Angkor Wat - Versteckte Perspektiven
Mittwoch, 21.10.2009
Asiatische Absencen von Wolfgang Büscher - Rowohlt Verlag
Klappentext
Asien, das ist für Wolfgang Büscher das radikal Fremde. Indien, Kambodscha, der Himalaya, Tokio, China -ein Unterwegssein zwischen Traum, gesteigerter Wahrnehmung und Vergessen. Einmal fällt der Reisende in heftiges Fieber. Seine Gefährten lassen ihn in einem aufgegebenen Kolonialhospital zurück, wo er seine Abenteuer aufs neue durchlebt: den indischen Traum des Europäers, die Extreme von Faszination und Abstoßung.
Er fährt über staubrote Pisten zu einem Palast, in dem ein Fürst ein Sitarkonzert für seine Affen gibt, flieht aus der Zelle eines Yogapriesters, der ihn rekrutieren will. An der tibetischen Grenze besteigt er einen Viertausender, auf dem sich Hunderte Schamanen treffen. Und er geht an Bord eines modernen Supertankers, unterwegs nach Singapur, verschläft die Tage und verbringt die Nächte auf der Brücke mit dem diensthabenden Offizier, der unentwegt das Kricketspiel übt. Doch der Engländer hat das Festland lange nicht mehr betreten, er ist der See verfallen.

Mekong Mama
Der Morgen, an dem ich an Bord ging, war aus Regen und rotem Lehm gemacht. Dicht und still und warm fiel der Regen, wie ein unentrinnbares Los. Ein langer Weg führte zum Pier. Als ich dort ankam, wo das Boot nach Phnom Penh ablegen sollte, war der weiße Anzug, den ich seit meiner Ankunft trug, bis über den Gürtel hinauf in einen nassen, rotbraunen Lappen verwandelt. Die Mekong Mama war leicht zu finden, sie war das einzige Boot an diesem Morgen.
Klein war sie für einen so ausladenden Namen, klein und satt lag sie im Wasser, das ihr bis hart unter die wenigen, eng gereihten Fensterchen stand.
Ein schmales Brett führte an Bord, so glitschig, daß jeder noch so vorsichtige Schritt es in unberechenbare Schwingungen versetzte. Die Passagiere suchten sie abzufangen, indem sie, ein jeder nach seiner Art, entweder sich ihnen ergaben, in die Knie gingen und mitschwangen oder, in einem Entschluß, der ihnen anzusehen war, sich steif machten, um das äffische Geschwinge unter ihren Füßen zu ersticken. Beides mißlang.
Die Beweglichen foppte das Brett, weil es unvermutet in einer anderen Frequenz zu schwingen begann, sie aus dem Takt brachte und zu grotesken Balanceakten nötigte. Und die auf ihre Würde Bedachten brachte es erst recht ins Stolpern, mit den Armen rudernd, stürzten sie dem rettenden Deck zu, wo die Bootsleute sie nicht selten auffangen mußten. Das Brett machte alle gleich, indem es alle gleich lächerlich machte. Alle hatten ihre liebe Not, hinüberzukommen.
Link zu diesem Artikel:
rowohlt Verlag
Dienstag, 20.10.2009
Ausstellung in Phnom Penh - Sandy Shum impressionistische Fotografin im Java Cafe
Mit ihrem impressionistisch bearbeiteten Fotografien möchte die Künstlerin Sandy Shum den Betrachter zum innehalten bewegen und seine Aufmerksamkeit auf den Zauber des alltäglichen lenken.

In Kalifornien geboren lebt die Künstlerin seit über 20 Jahren in Asien. So entstanden die meisten ihrer Arbeiten auch in Ländern wie Bhutan, Kambodscha, Nepal und Thailand.
2008 erschien ihr erstes Buch: „Dreaming of Prayer Flags: Stories and Images from Bhutan".
Ihre gleichnamige Ausstellung ist ab dem 21. Oktober bis zum 29. November im Java Cafe in Phnom Penh zu sehen.
Links zum Artikel:
Sandy Shum Angkor Park Fotographie
Java Arts Café in Phnom Penh
Sandy Shum: Dreaming of Prayer Flags
Samstag, 17.10.2009
Der Phsar Boeung Keng Kong in Phnom Penh
Unter den Blechdächern befindet sich der Markt (Phsar) Boeung Keng Kong. Er zählt zu den bekanntesten Märkten in Phnom Penh. Vor allem wenn es um frisches Gemüse und frischen Fisch geht, aber auch tausend andere Dinge des täglichen Bedarfs kann man an den unzähligen Marktständen kaufen. Von der glitzernden Haarspange bis zum gebrauchten Schuh, erhält man hier alles.

Die Fleischverkäuferinnen sitzen auf Tischen, ihre frische Ware auf Pappe ausgebreitet, ein Ventilator an dem Plastiktütenstreifen befestigt sind, die im Wind flattern und auf diese Weise die Fliegen verscheuchen. An manchen Ständen hängt das Huhn kopfüber, bereits gerupft, verlockend in Augenhöhe, hier sitzen die Händlerinnen auf Stühlen hinter ihrer Ware. Ab und an übertönt die Maschine die das Kokosnussfleisch kleinraspelt, die Wortfetzen und alle anderen Geräusche die dem Markt leben geben.
Auf den alten Karten der französischen Stadtplaner, die während der Kolonialzeit entstanden, ist dort wo sich der Markt befindet ein See eingezeichnet, der weit über das heutige Marktgelände hinaus reicht. So will es nicht Wunder nehmen das der heutige Markt nach diesem See benannt ist, denn Boueung bedeutet See und Keng Kong war der Name des See. Der See ist verschwunden und zum Markt geworden.
Donnerstag, 15.10.2009
14ter Angkor Wat Internationaler halb Marathon im Dezember

Nach 14 Jahren kann man schon von einer Tradition sprechen. Zum 14´te Mal findet in diesem Jahr der Halb-Marathon um 10 Tempel im Angkor Wat Park statt. Am 05. Dezember startet der Marathon mit dem Mountainbike um die historischen Tempel, die Strecke führt auch über die Elefanten Terrasse.
Am 6. Dezember starten die Marathon Läufer. Sie nehmen die gleiche Strecke wie einen Tag zuvor die Biker. Die Motivation der Sportler dürfte wie immer ganz individuell sein, was bei dem Einen „Dabei sein ist alles“ sein mag, wird bei dem Anderen „der beste möglichste Platz“ oder auch „der Wille zum Sieg“.
Vorbei an erstaunten Touristen und Zuschauern die extra zum Halb Marathon nach Angkor Wat gekommen sind, fahren und laufen die Teilnehmer und manch einer wird das Wasser trinken vergessen. Doch das Ganze wird wie schon nach „alter“ Tradition, wie immer gut organisiert sein und für die Teilnehmer wird erste Hilfe vor Ort sein, möge es eine Flasche Wasser sein und sonst nichts.
Weiter Informationen und Anmeldung zum Halb Marathon:
www.angkormarathon.org
Mittwoch, 14.10.2009
In Buddhas Gärten: Eine Reise nach Vietnam, Kambodscha, Thailand und Birma
Klappentext: Wussten Sie, dass man in Hanoi an Neujahr die Feuerwerksgeräusche von CD abspielt? Tor Farovik erlebt es hautnah mit, als er zu Gast bei einem umtriebigen Professor das eher unheilvolle Jahr der Affen verabschiedet. Wie unheilvoll, das bekommt die 89-jährige Madame Noi zu spüren. Ihr kleines Familienhotel, das sie seit der französischen Kolonialzeit betrieb, soll abgerissen werden. Es sei üble Nachrede, meint der Schwiegersohn, dass Madame auch zur Ho-Chi-Minh-Zeit nur französisch sprechende Gäste bedient hätte.
In Kambodscha, das im Vergleich zu Vietnam fast menschenleer wirkt, spürt Farovik den Bruder des Diktators Pol Poth auf und macht Prinzessin Bopha seine Aufwartung, bevor er in Thailand der blühenden Wirtschaft versteckter Mohnfelder im Goldenen Dreieck nachgeht und sich die vermutlich größte Samenbank der Welt im Elefantenkrankenhaus von Lampang zeigen lässt.
Eher gespenstische Stimmung herrscht in Myanmar. Dort wird im Dunst des Dschungels eine moderne Metropole hochgezogen, die bald die eigentliche Hauptstadt Rangun ersetzen soll. Wie kein anderer versteht es der norwegische Reisejournalist Tor Farovik, historische Hintergründe mit den Geschichten der Menschen, die er vor Ort kennenlernt, zu verknüpfen.
Sein enormer Wissensfundus fließt schier beiläufig in einen Reisebericht ein, der vor Erzählfreude nur so strotzt. So prophezeit ihm abschließend eine birmanische Wahrsagerin, dass er mit 98 Jahren aus der Rikscha fallen und sterben werde. Auf die Frage "Wo?" antwortet sie: "In Ihrem Heimatland". Dass es in Norwegen in 40 Jahren Rikschas geben wird, ist eine der vielen überraschenden Erkenntnisse dieses Buches.

Über den Autor
Tor Farovik, geb. 1948, ist Autor, Historiker und Journalist mit Indien als Spezialgebiet. Er verfügt über 25 Jahre journalistische Erfahrung im Ausland, arbeitete u.a. als Auslandskorrespondent für das Norwegische Fernsehen. Momentan ist er für sein nächstes Buch in Vietnam unterwegs.
- Rezension bei: www.Perlentaucher.de -





